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Wolfsspitz

„Wir brauchen nur einen Schritt auf der Straße zu tun, so wird es sicher nicht lange dauern, bis wir einen spitzartigen Hund zu sehen bekommen, dies mag nun sein, wo es will, von Petersburg angefangen bis nach Italien hinab. Es gibt nur wenige Rassen, die eine so große Verbreitung und anderseits nur ebenso wenig Großzüchter gefunden haben.“ Das schrieb um 1903 einer der Urgroßväter der deutschen Kynologie, Richard Strebel.
Seine Beobachtung vor fast 100 Jahren gilt noch heute: Spitze, insbesondere deren älteste Varietät in Deutschland, der Wolfsspitz, sind von Massenzüchtern und Modezuchten verschont geblieben. Der Spitz, die ehrliche Haut, kommt noch immer so daher wie eh und je. Dem sehr harmonischen Hund fehlte im Äußeren wohl das Spektakuläre oder Herzige, das Millionenlieblinge schafft.
Charakterlich aber lässt das Arbeitstier die Anpassungsfähigkeit vermissen, die zu seinem Schaden aus einem Hund urplötzlich ein Schmusetier macht.

Geschichte
Der Wolfsspitz ist einer der ältesten Rassen der Welt.
Früher war er als Torfspitz bekannt, weil man bei Ausgrabungen in den Pfahlbauten Knochenreste gefunden hat, die dem heutigen Spitz sehr nahe kommen.
Für alle Schichten der Bevölkerung war der Spitz ein Haus-und Gutsbewacher.
Schon früher begleitete er Kaufmannszüge und Planwagen und war ein zuverlässiger Wächter der Ladungen auf Schiffskähnen.
Der Name Kesshond stammt aus den Niederlanden und hatte sich außerhalb Mitteleuropas durchgesetzt. Erst 1997 hat der Verein für Deutsche Spitze die Anpassung des Standards erreicht. Damit war der Keeshond keine eigenständige Rasse mehr und gab den Züchtern die Möglichkeit, Linien aus dem Ausland in die deutschen Blutlinien einzukreuzen.
Daraus entsteht ein immer besseres Erscheinungsbild des Deutschen Spitzes.

Standard
Der Wolfsspitz ist ein mittelgroßer, kompakter und robuster Hund mit 43 bis 55 cm Schulterhöhe.
Er ist damit der größte Vertreter der Deutschen Spitze.
Sein üppiges, teddyhaftes Fell ist von grauer Wolkung, d.h. silbergrau mit schwarzen Haarspitzen.
Er hat reichlich Unterwolle. Das Fell ist sehr pflegeleicht, es muss nicht getrimmt werden. Es ist wasserabweisend, geruchlos und verfilzt nicht. Ein wöchentliches intensives Bürsten reicht völlig aus.
Nur während des Haarwechsels im Frühjahr und Herbst ist ein öfteres Bürsten nötig. Um den Hals bildet sich ein Fellkragen, der aussieht wie die Mähne eines Löwen. Der Wolfsspitz hat kleine, hochangesetzte Stehohren und dunkle, mandelförmige Augen. Charakteristisch ist die Ringelrute, sie ist reichlich behaart und wird festliegend auf dem Rücken getragen. Er hat keine Neigung zum Wildern oder Streunen, denn er ist ein wachsamer Familienhund, der sogar Katzen, Vögel und andere Tiere in seinem Rudel duldet und beschützt. Er ist aber keineswegs ein Schutzhund, ebenso wenig ist er ein Kläffer, wohl aber sehr kinderlieb. Bei guter Pflege und Ernährung kann der Wolfsspitz sehr alt werden, nicht selten über 15 Jahre. Wer sich für einen solchen Hund entscheidet, bekommt ein anpassungsfähiges, aufgewecktes, ausgeglichenes und vor allem ein gesundes Familienmitglied.

Der schönste Satz aber über diesen – und die anderen – Spitze. ,,Er ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer.“