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Welsh Corgi – Pembroke

Im Gegensatz zu anderen Hunderassen kann die ursprüngliche Herkunft des Pembroke Welsh Corgi nicht mehr nachvollzogen werden. Seine Herkunft liegt im Dunkel der Zeit verborgen und es ranken sich viele Sagen, Mythen, Legenden und Märchen um ihn. Einer legende zufolge fanden zwei Kinder, die das Vieh hüteten, auf der Weide in Wales ein Welpen-Paar, das sie zunächst für Füchse hielten.

Sie nahmen sie mit nach Hause und es wurde ihnen gesagt, daß die Welpen Geschenke der Feen wären. Legenden aus Wales erzählen, daß die Corgis die Wagen der Feen ziehen und daß sie als „Streitrosse“ dienten, wenn die Feen in die Schlacht zogen. Und da die Kinder die Welpen immer mit zum Hüten nahmen, lernten die Corgis schnell diese Aufgabe und üben sie bis heute noch aus. Übrigens – das zu hütende Vieh waren und sind Rinder! Große Schäferhunde würden von austretenden Rindern beim Zusammentreiben glatt erschlagen – Corgis sind zu niedrig um getroffen zu werden!

Soweit die Legende. Weit einleuchtender ist die Annahme, daß skandinavische Eroberer im 9. oder 10. Jahrhundert ihre Hunde mitbrachten und sie mit einheimischen Hunden kreuzten. Der schwedische Vallhund weist sehr viele Eigenheiten und Merkmale des Pembroke auf und wurde wahrscheinlich zielgerichtet mit einheimischen Hütehunden gekreuzt.

Auch ist es denkbar, daß flämische Weber, die sich im 12. Jahrhundert in Pembrokshire, Südwales, niederließen ihre Spitz-Hunde mit einheimischen Hütehunden kreuzten und so der uns heute bekannt Corgi entstand.

Eins ist jedoch sicher: Der Corgi ist eine recht alte Gebrauchshunderasse, der bis heute nahezu „unverzüchtet“ geblieben ist.
So wie die Herkunft des Corgis ist auch sein Name nicht eindeutig zurückzuverfolgen und es gibt auch hier mehrere Vermutungen. Eine Möglichkeit wäre das walisische Wort (gälisch) „cor“, was soviel wie „aufpassen“ oder auch „zusammentreiben“ bedeutet. Und ein alter walisischer Ausdruck für Hund ist „gi“. Corgi = Hütehund. Und das beschreibt auch genau die Aufgabe des Corgis.

Eine andere Meinung lautet, daß das Wort „corgi“ käme aus dem Keltischen und die normannischen Eroberer hätten die einheimischen Hunde „cur“ oder „mongrel“ genannt und in Verbindung mit dem gälischen Wort für Hund „gi“ ergäbe das auch Corgi.

Abschließend die vielleicht schönste – auf jeden Fall romantischste – Mutmaßung. „cor“ könnte auch „Zwerg“ heißen und mit dem walisischen „gi“ für Hund ergäbe es „Zwerghund“. So gibt es in Wales viele Märchen in denen der Corgi als „Ritter der Zwerge“ vorkommt und den „guten Gnomen“ als Kampfhund und furchtloser Weggefährte dient. Das Herz eines Löwen und die Intelligenz eines „studierten“ Ritters hat er auf jeden Fall.

Last but not least: Viele Jahre wurde der Corgi auch als „Ci-llathed“ bezeichnet (wir sprechen immer noch Gälisch!), was soviel wie „yard log dog“ (Hund von einem Meter Länge) – allerdings ist hier das walisische Yard gemeint – bedeutet. Und es gab auch noch Leute, die ihn gälisch „Ci Sawdlo“ oder in Englisch „heeler“ (Hackenbeißer!) nannten, weil es für den Corgi aufgrund seiner Natur und Aufgabe (Rinder hüten!!!) nichts schöneres gibt, als jeden in die Hacken zu beißen.

Die Rasse Welsh Corgi wurde 1925 erstmals offiziell ausgestellt und konnte ab 1927 auf ausstellungen prämiert werden. Bis 1934 wurden Pembroke und Cardigan in der gleichen Gruppe geführt, dann jedoch von British Kennel Club separiert.

Charakteristik und Temperament
Die generelle Beschreibung des Pembroke lautet: „Ein kleines Kraftpaket, aber freundlich, intelligenter Ausdruck und neugierig. Niemals scheu oder unberechenbar.“ Wie kann es besserbeschreiben?! Vielleicht noch mit:“ Ein Riesenhund in einem kleinen Körper!“

Der Pembroke liebt das Spiel über alles und ist zu jedem Spaß bereit. Er ist aber auch wachsam, ausdauernd und treu. Er liebt die Aufmerksamkeit und kann zuweilen ein echter Clown sein!

Der Pembroke ist äußerst intelligent und verlangt deshalb volle Aufmerksamkeit. Wird er nicht dauernd gefordert und mit „Aufgaben“ betraut, so verkümmert er sichtlich, da er zudem sehr sensibel ist. Der Corgi ist kein Schoßhund, sondern ein treuer Gefährte, der Auslauf und Arbeit braucht! Denken Sie daran, daß ein Spaziergang von 15 Minuten für ihn nicht zählt! Stundenlang durch Wald und Feld, das mag – und braucht!! – er.

Der Corgi ist ein wahres Energiebündel und immer interessiert an neuen Eindrücken, visuell und „nasuell“. Im Hause präsentiert er sich als mustergültiges Familienmitglied. Corgis sind sehr menschenbezogen. Die Haltung im Zwinger sollte – wie bei vielen anderen Rassen auch! -schlichtweg verboten werden!!! Auch ein stundenlanges Alleinelassen sollte dringends vermieden werden.

Der Corgi fühlt sich am wohlsten, wenn er als vollwertiges Mitglied in den Familienverbund integriert wird.

Pembrokes trainieren
Der Pembroke hat ein ausgeglichenes und angenehmes Wesen. Seine Intelligenz und sein steter Wille zum Lernen machen ihn zu einem wirklich besonderen Hund. Dauerndes Training mit immer den gleichen Übungen nerven ihn aber schnell und er wendet sich schnell lohnenderen „Aufgaben“ zu. Durch seine hohe Intelligenz und sein unverzüchtetes Wesen liegen ihm kurze, dauernd wechselnde Übungen viel mehr.

Auch die Fährtensuche ist dem Corgi angeboren, auch wenn er kein Jagd- sondern ein Hütehund ist. Schon nach recht kurzer Trainingszeit verfolgt er Fährten ausgezeichnet, wobei ihm sein geringer Bodenabstand auch nicht gerade hinderlich ist.

Die Ausdauer des Corgis ist nahezu unwahrscheinlich. Man traut es diesem „Meterhund“ nicht zu, aber er ist nicht „totzukriegen“! In sog. Agility-Tests schneidet der Corgi stets hervorragend ab.

Hüten
Der Pembroke ist der kleinste Schäferhund der Welt und mit Sicherheit nicht der schlechteste. Da er über Jahrhunderte (!!) fast völlig unverzüchtet geblieben ist, ist er noch im Vollbesitz seiner urtypischen Instinkte. Bei Hüteprüfungen schneidet der Corgi stets excellent ab. War seine ursprüngliche Aufgabe das Hüten von Rindern, so setzt er seine Stärken auch bei Schafen, Gänsen und Enten ein.

Der Rassestandard des Pembrokes
Der Pembroke Corgi ist auf der ganzen Welt als Rassestandard anerkannt. Auf Ausstellungen wird besonderer Augenmerk auf Einhaltung des Rassestandards gelegt und die Vorführung ist stets ein Höhepunkt. Glücklicherweise bestehen die Richter auf dem festgeschriebenen Rassestandard, so daß Entartungen, wie z.B. beim Deutschen Schäferhund – angezüchtete Hüftschäden!!! -, bislang nicht vorkommen.

Andere Fähigkeiten
Durch ihre hohe Intelligenz und ihr Lernvermögen werden Pembrokes gern als „Ohren“-Hunde eingesetzt. Sie unterstützen Schwerhörige, in dem sie sie auf akustische Signale aufmerksam machen. Was für den Blinden der Blindenhund ist oft für den Schwerhörigen der „Ohr“-Hund.

Die Beschreibung des Pembroke
Der Pembroke hat ein fuchshaftes, intelligentes Gesicht mit hellen, strahlenden Augen. Sein Gesichtsausdruck wirkt immer freundlich und oft scheint er zu grinsen. Die Ohren sind aufmerksam aufgerichtet und bilden mit der Nase ein gleichschenkliches Dreieck.
Der Körper ist verhältnismäßig lang (40 % länger als seine Schulterhöhe)
mit kurzen Beinen. Der Pembroke wird faktisch ohne Schwanz geboren. Der Schwanz ist maximal 3 cm lang und verschwindet im Haarkleid.

Die Farben des Pembrokes sind rot, schwarz, gelb, rot und dreifarbig (rot- oder schwarzköpfig). Weiß ist akzeptabel als Kragen, Brust, Bauch, Pfoten und begrenzt im Gesicht.
Das Fell ist mittellang und besteht aus einem dicken Unterfell mit
längerem Oberfell. Fellanomalien wie zu kurzes Fell, Drahthaar oder Kräuselhaar entspricht nicht dem Rassestandard und sollte vermieden werden.

Das Gewicht sollte dem Körper angepaßt sein und für Rüden bis max. 15 kg, für Hündinnen bis max. 13 kg reichen. Einige Corgis neigen zu Freßorgien, was unterbunden werden sollte.
Fettsucht durch Bewegungsmangel muß unbedingt vermieden werden!

Die Schulterhöhe des Corgis sollte rund 30 – 35 cm betragen.