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Pharaonenhund (Kelb tal-Fenek)

Der Kelb tal-Fenek, seine Zucht und die Jagd mit ihm besitzen eine lange Tradition auf den Inseln Maltas.
Es gibt verschiedene Theorien zur Vorgeschichte der Rasse. Die beliebteste davon ist, dass es sich um einen altägyptischen ‘Pharaonenhund’ handelt. Der Hauptgrund hierfür ist die bemerkenswerte Ähnlichkeit früherer ägyptischer Abbildungen und Plastiken mit dem heutigen Kelb tal-Fenek. Aus diesem Grund – und nur darum – entschloss sich der britische Kennel Club, unseren Kelb tal-Fenek ‘Pharaoh Hound’ zu benennen.

Ausserhalb Maltas findet der Kelb tal-Fenek ein artgerechtes Betätigungsfeld im Coursing, das von vielen lokalen Windhundrennvereinen angeboten wird. (Sechmet Nagada of the Netherlands an einem Coursing in Oude Pekela/Niederlande)

Im Gegensatz zu dem im Ausland, nicht aber in Malta, weitverbreiteten Glauben bin ich jedoch der Ansicht, dass der Kelb tal-Fenek maltesischer Herkunft ist, möglicherweise ein Abkömmling eines stehohrigen Windhundtyps, der bereits in der Antike im Mittelmeerraum verbreitet war. Eigenständige Rassen mediterranen Typs entwickelten sich dann entsprechend in ihren eigenen Ländern: Der Podengo Portugues in Portugal, der Podenco Ibicenco auf den Balearen, der Podenco Canario auf den Kanarischen Inseln, der Cirneco dell‘ Etna auf der Insel Sizilien und der Kelb tal-Fenek auf den Inseln von Malta. Der Kelb tal-Fenek ist definitiv maltesischer Herkunft, eine Tatsache, die auch im Rassestandard anerkannt wird. In der Tat war dieser Hund bis vor ein paar Jahrzehnten ausschliesslich in Malta zu finden. Dies kann nur unseren maltesischen Vorvätern zugeschrieben werden, die den Kelb tal-Fenek typrein gezüchtet haben, weil sie das Potential dieses makellosen Jägers erkannten und so diesen schönen Hund bis heute bewahrten.

Zu Ehren seiner Bedeutung erklärte Malta den Kelb tal-Fenek im Jahre 1974 zum Nationalhund und 1977 wurde eine maltesische Ein-Lire-Münze geprägt, die den Kelb tal-Fenek auf der Rückseite darstellt.

Das Erscheinungsbild des Kelb tal-Fenek
In seinem Erscheinungsbild ist der Kelb tal-Fenek den meisten mediterranen Rassen sehr ähnlich. Sein Gebäude ist anmutig und doch kraftvoll, geschmeidig, aber nicht so fein und rennhundmässig wie ein Greyhound oder Whippet. Er ist der Inbegriff der Ausdauer. Ich habe viele Hunde erlebt, die fünf bis acht Stunden über rauhes maltesisches Gelände jagen und riesige Entfernungen zurücklegen konnten. Am Ende der Jagd waren sie immer noch wild darauf, weiter zu machen. Sie scheinen nie genug zu haben.

Im Gebäude ist er ein wenig länger als hoch – d.h. die Länge vom Bug bis zum Ende des Sitzbeins ist leicht grösser als die Höhe vom Boden zum Widerrist.

Typisch für den Kelb tal-Fenek sind die grossen Ohren, aufrecht getragen wenn aufmerksam, flach an den Schädel angelegt (um den geringsten Windwiderstand zu bieten) bei der Hetzjagd.

Der Kelb tal-Fenek ist ein kurzhaariger Hund, richtig den heissen Sommern und den milden Wintern Maltas angepasst. Farblich variiert das Haarkleid von dem, was wir Malteser ‘isfar’ nennen – gelb, bis zu dem sehr dunklen ‘ahmar’ – rot. Es ist schon bemerkenswert, dass diese verschiedenen Schattierungen der Fellfarbe so gut in die Farben der typischen Landschaft Maltas übergehen, dass man so kühn sein kann zu sagen, dass der Hund von seiner Umgebung getarnt ist und nur die typischen weissen Abzeichen seinen Standort verraten. Dies trifft nachts um so mehr zu, zu der Zeit, wenn die Mehrheit der Jagden stattfindet.

Der Kelb tal-Fenek trägt eine lange, peitschenartige Rute, die hoch getragen wird, wenn der Hund aufmerksam ist und während der Jagd. Sie ist ein notwendiges Instrument beim Jagen, oft als Steuer und zur Balance verwendet bei der Jagd hinter der Beute.

Augen und Nase sollten farblich in die Farbe des Fells übergehen. Die Augen werden international als bernsteinfarben anerkannt. Im Welpenalter jedoch ist die Farbe blau, dann werden sie blaugrau und erreichen schliesslich die Farbe von Bernstein, wenn der Hund etwa drei bis vier Monate alt ist. Der Nasenspiegel sollte fleischfarben sein.

Das Wesen des Kelb tal-Fenek
Das Wesen der Rasse ist von äusserster Bedeutung. Der Kelb tal-Fenek ist wesentlich ein Jäger von Natur, befähigt allein oder in der Meute zu jagen. Dieser tiefverwurzelte Jagdinstinkt ist das Ergebnis unzähliger Generationen selektiver Zucht durch die Jäger Maltas.

Der Kelb tal-Fenek ist seinen mediterranen Vettern in seinen Jagdfähigkeiten sehr ähnlich. Ähnlich den reinen Windhunden jagt er seine Beute (normalerweise Kaninchen) im Lauf und fängt sie oft auch so. Er setzt jedoch auch seinen Geruchssinn und das Gehör in sehr hohem Masse bei der Jagd ein. Es ist für den Kelb tal-Fenek notwendig, seine Beute anfänglich durch den Geruch zu lokalisieren. Wenn der Kelb tal-Fenek ein verborgenes Kaninchen lokalisiert hat, meldet er dies mit lautem Bellen. Ein Frettchen wird daraufhin in den Kaninchenbau gelassen, und der Kelb tal-Fenek folgt dessen unterirdischer oder durch dichte Steinmauern führender Spur mit seinem sehr scharfen Gehör. Der Kelb tal-Fenek ist weder ein reiner Windhund noch ein reiner Spürhund. Er ist tatsächlich eine Kombination aus beidem, wobei die Windhundmerkmale eher überwiegen.

Der Kelb tal-Fenek in aller Welt
Der Kelb tal-Fenek wurde in den frühen 60er Jahren von den Briten ‘entdeckt’, die ihn ins Vereinigte Königreich exportierten. Seitdem ist diese Rasse weltweit exportiert worden und ist jetzt u.a. zu finden in Australien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Israel, Italien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Russland, der Slowakei, Slowenien, Südafrika, Schweden, der Schweiz, Thailand, Tschechien, Ungarn und den USA.

Die endgültige Anerkennung durch den britischen Kennel Club erfolgte 1974 unter dem Namen ‘Pharaoh Hound’, die FCI übernahm den in Grossbritannien erarbeiteten Rassestandard im Jahre 1977.