Sommerekzem nicht nur bei Isländern

Das Sommerekzem (SE), von dem nicht nur die Isländerpferde betroffen sind, ist eine allergische Hauterkrankung des Pferdes, die einen starken Juckreiz auslöst. Ähnlich einer Neurodermitis oder einer Schuppenflechte beim Menschen, meist schlimmer.

Normalerweise ist das Ekzem auf den Mähnenkamm und der Schweifrübe begrenzt. In sehr schweren Fällen kann es sich aber auch über den Rücken und am Bauch des Pferdes entwickeln. Erste Hinweise sind:

  1. Häufigeres Schubbern
  2. Struppigere Langhaare bis hin zu
  3. ersten kahlen Stellen an Mähne und/oder Schweif

Im weiteren Verlauf wird es dann eindeutig:

  1. Ständiges Unwohlsein und Kratzen an möglichst rauen Gegenständen
  2. Ausfall der Langhaare (Mähne und Schweif)
  3. Starke Bildung von Schrunden bis hin zu dicken Falten
  4. Offene Stellen mit Ausfluss bis hin zu
  5. Entzündungen und Schmerzen
  6. Wesensänderungen durch Stress

Viele Pferde reiben sich an allem, was sie finden können, so sehr, dass sie

dicke Falten am Hals und dem Schweif bekommen, die dann spröde werden und wiederum jucken und sich schlussendlich auch entzünden könnten. Das SE tritt vermehrt in den Sommermonaten und im Spätherbst auf, von April bis Oktober. Es gab aber auch schon Fälle bis in den Winter hinein zum Beispiel bei einer Eiweißallergie und einer stark eiweißreichen Silagefütterung.

Die Auslöser für das Sommerekzem

Die Allergie kann durch den Stich der Kriebelmücke ausgelöst werden, welches früher noch eine Hauptursache war. Auch ein Zuviel an Eiweiß kann zu einem Ausbruch führen oder aber auch Umwelteinflüsse allgemein wie zum Beispiel die steigenden Ozonwerte. Das betroffene Pferd kann dann nur durch spezielles Futter und eiweißarme Weiden gehalten werden. Ein Ausbruch dieser Krankheit entsteht oftmals durch einen dieser Gründe, es kann aber in seltenen Fällen aus allen Ursachen gleichzeitig entstehen. Ein durch den Stoffwechsel entstandenes Ekzem kann besser behandelt werden, da der Tierarzt genaueres feststellen kann. Bei der Kriebelmücke bleibt immer ein Restrisiko, da man diese Tierchen überall vorfindet und nur durch eine entsprechende Haltung eine Minderung erreichen kann. Ganz ausschließen kann man die Stiche allerdings nicht. Viele Tierärzte haben bei einer fütterungsbedingten Allergie einen häufigen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen festgestellt. In sehr schweren Fällen ist eine Behandlung zum Beispiel mit Cortison unumgänglich.

Auslöser:

  • Kriebelmücken, Bremsen (selten) Allergien (Futter, UV…)
  • Stoffwechselstörungen
  • Vererbung
  • Umwelteinflüsse

Was tun? – Behandlungsmöglichkeiten beim Sommerekzem

Bei einem Sommerekzem muss als Erstes festgestellt werden, wodurch es verursacht wird. Danach kann der Tierarzt zwar eine genauere Diagnose stellen und einen Behandlungsplan ausarbeiten, aber was dem einen Pferd gut geholfen hat, kann bei dem anderen nichts bringen oder sogar schaden. Dies ist bei allen Besitzern

eines Ekzemerpferdes eine große Angst. Eine Odyssee beginnt. Zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig. Oftmals eignen sich einige Mittel in dem einen Jahr und schlagen im darauf folgenden gar nicht an und die Suche beginnt von vorn.

Die richtige Pflege von innen und außen kann eine starke Abhilfe schaffen, von einer Heilung kann aber in keinem Fall wirklich gesprochen werden. Pferde sollten möglichst von (stehenden) Gewässern ferngehalten werden, wie beispielsweise einem Tümpel, einem Bach oder ähnlichem. Schattige Stellen sind notwendig.

Das Waschen des Pferdes sollte etwas häufiger als gewohnt geschehen, wenn eine Creme gegen Juckreiz o.ä. benutzt wird. Da die Creme den Zulauf zur Haut verschließt und alles verklebt, kann ein weiterer Juckreiz entstehen. Wenn möglich, sollte das Pferd nicht Tag und Nacht auf einer fetten Weide stehen. Ist die Kriebelmücke der Auslöser sollten, die Pferde während der

Hauptflugzeiten (morgens und abends) anderweitig untergebracht werden. Ideal wäre es, wenn die Pferde nur nachts auf eine Weide kämen. Dies ist aber nicht immer möglich und so sollte man versuchen, es ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Eine Ekzemerdecke kann notfalls auch gute Dienste leisten. Beim Kauf einer solchen Decke sollte unbedingt auf genügend Luftzirkulationsmöglichkeit geachtet werden, da zusätzlicher Schweiß auch wieder einen Juckreiz auslösen kann. Qualität hat hier ihren Preis, dennoch haben Exzempferdebesitzer mehr von einer solchen Decke, da günstigere Decken schon beim ersten Wälzen kaputt gehen. Wie lange halten diese Decken wohl bei kräftigerem Schubbern?

Weitere Pflegemaßnahmen & Tipps zur Linderung des Sommerekzems

Man sollte auf jeden Fall darauf achten, die Wunden so zu behandeln, dass Mücken oder Fliegen, die durch austretende Flüssigkeiten angelockt werden, keine weiteren Infektionen einbringen können und sich die Sache dadurch noch verschlimmert. Wichtig bei der Behandlung ist, dass die abgestorbene Haut entfernt wird und die harten Stellen weich gemacht werden. Wenn ein Shampoo verwendet wird, so bitte möglichst ein spezielles Shampoo für Ekzemerpferde. Der behandelnde Tierarzt kann sicher weiterhelfen. Aber auch normale Shampoos können ausreichend sein, es sollte rückfettend, antiseptisch und neutral sein, also keine Parfüme oder ähnliches enthalten.

Der Juckreiz bei einem Ekzemerpferd kann grauenhaft sein. Hier sollte man nachsichtig sein und eventuelle „Schubberhilfen“ stehen lassen. Auch wenn sich das Pferd von der schönen langen Mähne erst einmal verabschieden muss, es ist angenehmer zu ertragen.

Die Ernährung — Achtung Eiweiß

Bei der Ernährung sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Mineralien wie Eisen, Zink, Selen, Kupfer und zusätzlichen Vitaminen geachtet werden. Das Reduzieren der Eiweißzufuhr auf ein Minimum ist dringend zu empfehlen. Im Handel gibt es für solche Fälle zum Beispiel das Zusatzfutter von St. Hippolyt und Hesta Mix. Zusätzlich, das sollte aber auch bei „Nicht-Ekzemern“ so sein, sollte immer ein Mineralleckstein zur ständigen Verfügung stehen. Auch wenn das Ekzem im Winter kaum vorhanden ist, so ist es da und man sollte versuchen, auch bei der Silagefütterung auf den Eiweißinhalt zu achten.

Das Mineral Zeolithe kann in der Behandlung beim Sommerekzem auch sehr unterstützend sein. Im Internet finden sich viele nützliche Tipps rund ums Thema, es gibt sogar ein sehr informatives Forum.

Isländerkrankheit oder Gerücht?

Auch wenn es durch die Isländer Pferde her bekannt ist, so stimmt das Gerücht nicht, dass das Ekzem nur eine auf Isländer beschränkte Erkrankung ist. Das Sommerekzem ist bei ihnen zwar weitaus mehr verbreitet als bei anderen Rassen, es kann aber genauso einen Araber, einen Tinker, ein Shetlandpony oder Hannoveraner treffen. Ponnies sind weitaus mehr betroffen, weil sie öfter im Offenstall gehalten werden und eher zu fütterungsbedingten Allergien leiden können. Sollte man eine Zucht mit dem betroffenen Pferd anstreben, so sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass auch das Fohlen diese Krankheit bekommen kann, da sie vererblich sein kann.