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Österreichischer Pinscher

Der Österreichische Pinscher ist ein Individualist unter den Rassehunden. Desgleiche sollten auch seine menschlichen Begleiter nicht mit dem Strom schwimmen. Selbstbewußtsein und Humor muß man schon mitbringen, denn allzu oft wird er für einen Mischling gehalten. Diese Wesenseigenschaften im Zusammenspiel mit Konsequenz, Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen machen dann auch die Erziehung des Pinscher zum Kinderspiel. Jeder Pinscher ist eine Persönlichkeit, keiner gleicht dem anderen, sowohl Charakterlich als auch vom Aussehen.

Dennoch kann man von rassetypischen Eigenschaften sprechen. Sein Wesen ist das eines typischen Österreichers. Viel Lärm um nichts, manchmal etwas Bärbeißig aber dahinter der unendlich weiche Kern und an Fremde muß er sich erst gewöhnen, doch einmal Freund bleibt immer Freund. Seinen Ursprung als Hofhund kann er auch heute nicht verleugnen. Mäuse und diverse Nager werden gejagt, anderes Wild hat ihn nicht zu interessieren und Streunen und Wildern liegt ihm nicht. Beim Treiben von Vieh kann er jedoch sehr nützlich sein.

„Mittelgroß und kräftig mit pfiffigem Gesichtausdruck“: so sagt der Standard. Der Kopf gleicht einer Birne, die Ohrform variiert vom kleinen Knopfohr bis zum grösseren Kippohr und auch Rosenohren kommen vor. Ein kurz bis mittellanger, kräftiger Hals thront auf einem ebensolchen Rücken. Die Kruppe darf nicht zu stark abfallen, der Brustkorb sollte tonnenförmig sein und die Gliedmaßen gut gewinkelt. Von der Posthorn- bis zur Sichelrute kommt alles vor. An Farben gibt`s so ziemlich alles was das Herz begehrt und die Haarlänge sollte kurzstockhaarig sein, es kommen jedoch auch Exemplare mit längerem Haar vor. Was mir aber am wichtigsten erscheint: sein Exterieur sollte frei von jeglichen Übertreibungen und voll gebrauchstüchtig sein!

Wer sich nun fragt ob diese „eigenartige Rasse“ vielleicht ein Phantasieprodukt meinerseits ist, der irrt. Schon 1928 wurde der Österreichische Pinscher vom ÖKV und schließlich auch von der FCI anerkannt. Dies ist der Verdienst von DDr. Emil Hauck, der sich sehr für diese Rasse einsetzte und dennoch: in den 70iger Jahren stand der Ö-Pi kurz vor dem Aussterben. Hauptsächlich der Fam. Mangold, und einigen anderen engagierten Züchtern ist es zu verdanken, dass wir heute eine stabile Population von etwa 500 Ö-Pinschern in Europa haben und dieses uralte Stück österreichischer Kultur nicht der modernen Welt zum Opfer fiel.

Heute lebt der Ö-Pi meist als Familien und Begleithund. Seine Fellpflege erfordert kaum Aufwand und die Fütterung gestaltet sich ebenfalls unkompliziert. Doch was ein Pinscher wirklich braucht sind viele Spaziergänge, Streicheleinheiten, Spiel und Sport. Besonders gut eignet er sich zum Agility. Und was sich wohl ganz von selbst versteht: Ein „Österreicher“ braucht seine Familie, er will überall mit dabei sein und geliebt und verstanden werden. Dann lohnt er einem seine Mühen tausendfach!