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Anatolischer Hirtenhund (Kangal)

Der heutige Kangal ist das Produkt der „ursprünglichen“ prähistorischen Hunde, die wir aus archäologischen Funden Neolithischer Zeit (7000 v.Chr. in Burdur Hacilar, westliche Türkei, Catal Hüyük,Yümüktepe und Konya) kennen und Hunden aus der Zeit der zentralasiatischen Völkerwanderungen – die Brücke zwischen Ost und West.

Man hat es mit einer sehr ursprünglichen Rasse zu tun, die im Laufe ihrer Entwicklung keine nennenswerte menschliche Aufmerksamkeit oder gar Zuneigung erfahren hat. Die Hunde arbeiten in der Türkei selbständig, unter minimaler Anleitung, und es liegt in ihrer Natur, Eigeninitiative zu entwickeln.

Diese Hunde nehmen es mit jedem auf und greifen, wenn sie glauben etwas beschützen zu müssen, in ihrer Kompromisslosigkeit alles und jeden an.
Es ist einfach unrealistisch zu erwarten, dass sich diese Tiere nach Jahrhunderten des Überlebenskampfes – wo eine kleine Unaufmerksamkeit den Tod bedeuten könnte, einem Fremden gegenüber freundlich verhalten würden.

Der Kangal ist ein stolzer, erhabener Hund, der ohne überflüssige Aggressivität äußerst zuverlässig alles ihm Anvertraute Menschen und Besitz verteidigen wird. Er muß erst sehr vorsichtig an Fremde herangeführt werden. Er wird allerdings keine Vertraulichkeiten von ihnen tolerieren.
Ausgewachsen ist er mit etwa zweieinhalb Jahren, doch seine volle Reife erreicht er erst mit vier Jahren. Erst nach und nach entwickeln sich seine Beschützerinstinkte und nicht wenige Halter sind erstaunt und meistens unvorbereitet auf die drastische Veränderung seines Wesens, die mit etwa eineinhalb Jahren eintritt. Der Kangal ist in sein Wesen kein „Kampfhund“. Er hat eine angeborene territoriale Verteidigungsbereitschaft, und gibt sich meistens damit zufrieden, seine Feinde in die Flucht zu schlagen. In der Türkei, kommt es nur sehr selten zu Kampfhandlungen mit Wölfe oder andere Predatoren .

Trotz allem ist der Kangal ein sensibler Hund und braucht lange Zeit um die Zuneigung die er erfährt, auch anzunehmen.
Diese Riesen genießen für eine kurze Zeit diese Aufmerksamkeit, ziehen sich dann aber sehr schnell wieder zurück um ihrer liebsten Beschäftigung nachzugehen: dem Wachdienst.
Es gibt nichts Oberflächliches oder Überflüssiges im Leben eines Kangal, so als ob er all seine Energie für den einen Moment aufsparen würde, wo er Besitz und Familie zu verteidigen hat – wenn es sein muß, unter Einsatz seines Lebens.
Menschen die ihr Leben Seite an Seite mit einem Kangal verbringen, werden ein Stück uralter Geschichte erleben, einen Hund mit all jenen Eigenschaften, die seine Vorfahren auszeichneten.
Er ist die lebende Erinnerung an eine dunkle, wilde Vergangenheit, in der aus vollkommen unbekannten Gründen, ein Hund sich zum ersten Male auf ewige Zeiten mit den Menschen verbündete.

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Großrahmig, kräftig gebaut, mächtiger Herdenschutzhund mit breitem, kräftigem Kopf und dichtem, doppelten Haarkleid. Muß groß und ausdauernd sein. Trotz seine Größe und Maße ist der Kangal unglaublich schnell und wendig.

Haarkleid, Kurz, glatt und enganliegend, dicht mit dickem Unterhaar. Aufgrund von klimatischen Bedingungen leichte Unterschiede der Haarlänge möglich. Am Hals und Schultern ist das ist das Haar dichter und länger, eine Art Mähne, vor allem bei Rüden.

Farbe, immer einfarbig, von cremefarbenen bis Falbe, eventuell auch mit grauen Deckhaaren und immer schwarzer Maske.Weiße Socken und Brustabzeichen kommen häufig vor.

Größe bei Rüden: 74cm bis 85cm, Hündinnen : 71cm bis 79cm
Gewicht, Rüden : 50kg bis 68 kg , Hündinnen : 40kg bis 55kg