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Akita Inu

Die genauen Ursprünge dieser Rasse sind bis heute unklar, sogar Akita Inu – Kenner und Wissenschaftler in Japan haben diesbezüglich sehr verschiedene Auffassungen.

Sicher ist, dass es schon vor etwa 5000 Jahren in Japan Hunde gab, die im Körperbau dem Akita sehr ähnlich waren. Darüber wie diese Hunde entstanden sind gibt es verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass der Akita Inu prähistorischen Ursprungs ist. Dafür spricht, dass sich sein Körperbau von dem der anderen japanischen Rassen unterscheidet.

Eine weitere These ist, dass die Rasse durch Kreuzung von mittelgroßen Hunden aus dem Norden Japans und großen chinesischen Hunden entstand.

Höchstwahrscheinlich lebten Vorfahren des Akita Inu im Norden Japans, auf der Insel Honshū. Die Hunde im Norden wurden als große Hunde mit dichtem, meist weißem Fell, auf den Rücken gerollten Schwanz und aufrecht getragenen Ohren beschrieben. Diese Hunde sollen von den Shogunen und Samurais gerne gehalten worden sein.

Durch den politischen Umbruch Japans, die Öffnung nach Westen und die zahlreichen Machtkämpfe zwischen den Shogunaten ließen jedoch keine planmäßige Zucht zu.

Um 1900 kreuzte man den Akita mit dem japanischen Kampfhund Tosa Inu [einem großrahmigen Molosser, der in traditionellen, unblutigen Hundekämpfen eingesetzt wurde] und europäischen Rassen, zum Beispiel mit Deutschen Schäferhunden, Bernhardinern und Mastiffs, um ihn größer und kräftiger zu machen. So verlor der Akita immer mehr das Aussehen eines typisch japanischen Hundes. Bis Anfang 1960 erinnerten Akitas oft an die eingekreuzten Rassen: große Ohren, zu kurzes oder zu langes Haarkleid, schlecht gerollte und zu kurze Ruten, lose Haut im Gesicht und am Hals, Schlappohren und anderes waren keine Seltenheit.

Schon um 1900 begannen einige japanische Züchter mit der Planmäßigen Zucht. Ihnen standen nur wenige rassetypische Hunde zur Verfügung, mit denen sie erste zarte Rückkreuzungsversuche starteten. Diese Hunde trugen jedoch noch nicht den Namen „Akita Inu“, sondern es gab den „Odate-Hund“ und den „Matagi“ oder „Kari Inu“. Odate weißt auf die Herkunft hin, Matagi und Kari auf die Verwendung zur Jagd; Matagi nannte man die Berufsjäger, denen diese Hunde zur Seite standen. Diese Hunde waren mittelgroße, relativ leichte Tiere, mit einer intensiven roten Färbung und die Ausgangshunde für die weitere Akita Zucht.

Im Zusammenhang mit den Einkreuzungen anderer Rassen zwischen 1912 und 1925, wird immer wieder behauptet, dies wäre geschehen um den Akita Inu zu einem Kampfhund zu machen. Es stimmt zwar, dass zur Zeit der Hundekämpfe in Japan auch versuchte wurde den Akita größer, stärker und aggressiver zu züchten, aber das Vorhaben entpuppte sich als Fehlschlag, da die Hunde die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden nicht erfüllen konnten.

1920 wurde eine Forschungsgruppe um Dr. Shozaburo Watase gegründet; es handelte sich dabei um eine Bewegung zur Erhaltung und zum Schutz des Akitas. Von diesem Zeitpunkt an kann man von gezielter Reinzucht dieser Rasse sprechen.
1931 erklärte Dr. Kaburagi den Akita Inu trotz erheblicher Bedenken zum geschützten Nationalgut Japans, allerdings mit der Bedingung, dass die Rasse mit allen menschlichen Anstrengungen auf ihren Urtyp zurückzuzüchten sei.
Man startete einige Kreuzungsversuche mit den japanische Rassen mittlerer Größe, besonders mit dem Hokkaido Ken und dem Kishu Inu, sowie mit dem chinesischen Chow-Chow und dem Karafuto Ken.

Bis etwa 1940 waren die Rückkreuzungen beendet und der heutige Akita geprägt. Die eingekreuzten Rassen haben jedoch bis heute ihr Erbe hinterlassen: immer wieder tauchen Akitas mit blauer Zunge oder Langhaar auf. Beides ist im Standard extra als Fehler vermerkt und stammt wohl vom Chow Chow.
Mit der Erklärung zum Nationalgut wurde die Ausfuhr verboten. Akitas durften nur mehr als Geschenk an ausländische Würdenträger oder als besonderer Beweis der Wertschätzung ins Ausland gebracht werden. Diese Ausfuhrbestimmungen änderten sich aber 1950, seit diesem Zeitpunkt dürfen die Hunde wieder exportiert werden.
Wie viele andere größere Rassen wurde der Akita Inu im zweiten Weltkrieg erneut fast ausgerottet. Doch durch die engagierten Züchter und Liebhaber erlebte die Rasse nach dem Krieg eine wahre Blütezeit.

Die Zucht teilte sich in zwei Linien: In die Dewa – und die Ichinoseki – Linie

Die Dewa – Linie geht auf die beiden berühmten Rüden Dewa-Go (geboren 1941) und Kongo-Go (geboren 1947) zurück, die beide sehr oft für die Zucht verwendet wurden. Rassekenner beschrieben sie jedoch sehr negativ, so beschrieb Herr Kiraizumi über Dewa-Go als einen Hund, der weder Eleganz, noch Schönheit besaß und über Kongo-Go wurde gesagt:“[…] loses Fell, schwache Struktur, zu starke Winkelung an Vor- und Hinterhand, schlechtes Gangwerk […]“
Durch die vielen Fehler und die Ähnlichkeit mit europäischen Rassen verlor die Dewa-Linie Anfang 1960 in Japan an Bedeutung.

Seit 1965 gibt es dort nur mehr die Ichinoseki-Linie mit den berühmten Rüden Goromaru-Go, Ichinosekigoma-Go und Tamagumo-Go. Mit diesen Hunden und den Rückkreuzungen wurde um 1970 ein Akitatyp kreiert, der dem heutigen ziemlich nahe kommt. Man musste jedoch zahlreiche Rückschläge überwinden, so waren die Hunde oft zu klein, da alle Kreuzungsrassen viel niedriger sind als der Akita und man musste trotz der Fehler öfter auf Hunde aus der Dewa-Linie zurückgreifen, da diese größer waren.

Der Charakter des Akita Inu

Der Akita Inu ist bestimmt nicht der Hund für jedermann, ich würde aber auch nicht sagen, dass der Akita nur etwas für erfahrene Hundehalter ist, weil unser erster Hund ein Akita war und wir nie ernsthafte Probleme mit ihr hatten. Aber mit einer anderen Rasse wäre vieles vielleicht leichter gewesen.
Ein Akita hat seinen eigenen Kopf. Er prüft jeden Befehl sorgsam, ob er ihm auch sinnvoll erscheint und oft braucht man einiges an Überzeugungskraft und vor allem Geduld, wenn er an der Sinnhaftigkeit eines Kommandos zweifelt.
Wichtig ist vor allem, dass er mit viel Konsequenz und vor allem Liebe erzogen wird, dann kann er kleine Fehler auch verzeihen, aber was er als Welpe nicht gelernt hat, wird er später nur mehr sehr schwer lernen.

Man kann einem Akita Inu mit der richtigen Methode also viel beibringen, mit einem Deutschen Schäferhund würde aber alles wahrscheinlich leichter und schneller gehen.
Bei einem Vortrag über die Erziehung des Akita Inu sagte Herr Hegewald, man könne einem Akita alles beibringen, sogar dass er auf einen Baum klettert, man müsse nur den Tag erwischen, an dem er Lust hat etwas zu lernen und dann müsse man wieder den Tag erwischen, an dem er Lust hat das Gelernte noch einmal zu machen. Und das würde wahrscheinlich nicht der Tag sein an dem man seiner Schwiegermutter zeigen will, was der Hund alles kann.
Und als am gleichen Tag einige gut ausgebildete Akitas ihr Können präsentierten , bewies der „einzige Akita der apportieren kann“ diese Theorie, indem er das Apportierholz gar nicht beachtete und seelenruhig auf seinem Platz sitzen blieb. Es war zwar für die Besitzer etwas peinlich, aber jeder Akita – Mensch kennt diesen Akita – Blick, der sagt: “ Warum regst du dich denn so auf? Später mach ich’s vielleicht…“

Ein weiteres mögliches Problem ist die Dominanz gegenüber anderen Hunde.
Es gibt bestimmt kaum Probleme mit Hunden, die der Akita Inu von klein auf kennt, aber bei fremden Hunden wollen sie immer als ranghöher akzeptiert werden.

Größe: Rüden: 67 cm, Hündinnen: 60,6 cm (Toleranz +/- 3 cm)
Fell: rau, gerade mit weicher, dichter Unterwolle, an der Rute etwas länger
Farbe: Rot, Gestromt, Weiß, Sesam, alle Farben müssen „Urajiro“ aufweisen, d.h. weißliches Haar am Fang und an den Wangen, unter dem Fang, an der Kehle, an Brust und Bauch, an der Unterseite der Rute und an der Innenseite der Gliedmaßen.