Dem Hund die Zähne putzen – So geht es richtig!

Wie beim Menschen bleiben auch beim Hund nach jeder Mahlzeit Nahrungsreste an den Zähnen kleben. Werden sie nicht rechtzeitig entfernt, entsteht Zahnstein oder Karies. Im schlimmsten Fall kann das nicht nur zu starken Zahnschmerzen führen. Der Hund kann sogar Zähne durch Parodontose verlieren oder gar an einer lebensgefährlichen Sepsis erkranken.

Deshalb ist korrekte Zahnpflege beim Hund ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung unserer besten Freunde. Doch wie putzt du deinem Liebling die Zähne richtig? Was benötigst du dazu und worauf musst du achten? In diesem Beitrag findest du Anleitungen und Tipps, wie du deinem Hund die Zähne putzen kannst.

Die Zahnbürste für den Hund

Um Speisereste von den Hundezähnen zu entfernen, brauchst du ein Werkzeug, mit dem du sie abreiben kannst. Dabei stehen mehrere unterschiedliche Produkte zur Wahl.

Zahnbürsten

Mechanische Zahnbürsten sind vor allem für Hunde mit großer Schnauze zu empfehlen. Sie sind billiger als elektrische und Ultraschallmodelle. Außerdem lassen sie sich genauer führen und sanfter anwenden. Manche Besitzer von großen Hunden verwenden für Menschen gemachte Modelle. Eigene Hundezahnbürsten sind aber besser an die Zahn- und Maulformen der Tiere angepasst.

Elektrische Hundezahnbürsten arbeiten schneller und einfacher. Viele Hunde stört aber das Summen und Vibrieren im Maul.

Dieses Problem fällt bei Ultraschallzahnbürsten weg. Bei ihnen ist es jedoch leicht, eine weiter hinten im Maul versteckte Stelle zu übersehen. Dann droht dort weiterhin die Gefahr der Entstehung von Zahnproblemen wie Zahnstein oder Karies.

Fingerlinge

Für ein kleines Hundemaul sind Zahnbürsten auch oft zu groß und lassen sich nicht genau in jeden Zwischenraum dirigieren. Dann ist ein Fingerling ratsam. Das ist ein Überzug, den du über deinen Finger ziehst. Mit deiner eigenen Fingerspitze spürst du genau, wo du gerade putzt und kannst sehr flexibel steuern. Das macht den Fingerling zum exaktesten Putzwerkzeug zum Zähneputzen beim Hund.

Allerdings musst du dabei deinen Finger ins Hundemaul schieben. Vor allem bei größeren Schnauzen deckt der Fingerling nicht immer alle Hautstellen ab, die mit der Innenseite des Maules in Berührung kommen. Du musst also vor und nach dem Putzen immer gut deine Hände waschen!

Auch kommt es bei langen Schnauzen vor, dass dein Finger zu kurz ist. Wenn du die hintersten Zähne nur erreichst, wenn du die ganze Hand ins Maul schiebst, ist eine Hundezahnbürste die bessere Lösung.

Kauzeug

Entgegen vieler Meinungen kaut ein Hund sein Futter nicht. Die gewünschte Gebissform vieler Hunderassen ist das Scherengebiss. Dieses sorgt dafür, dass der Hund in freier Natur seine Beute schreibenartig abtrennt. So muss er seine Nahrung nicht, wie der Mensch das tut, zermahlen. Das Kauen fällt also weg. Nur, wenn es sich um wirklich große und harte Gegenstände handelt, ist der Hund zum Kauen gezwungen.

Viele Kauspielzeuge und Naschereien werden als Mittel zur Zahnreinigung angeboten. Das entspricht tatsächlich der Natur. Beim Kauen reiben zum Beispiel Knochen die Zähne ab. Gleichzeitig regt es den Speichelfluss an und wäscht die durch das Reiben gelösten Speisereste dadurch weg.

Damit eine Zahnpflege über das Kauen funktioniert, müssen Hundebesitzer ihm wirklich robustes Kauzeug anbieten. Viele Kausnacks und -spielzeuge sind zu weich, um lange durchzuhalten. Außerdem benutzt der Hund beim Kauen nicht alle Zähne. Viele Stellen im Maul werden also nicht erreicht. Dort wirkt nur der vermehrte Speichelfluss, was nicht immer ausreichend ist.

Kauzeuge dienen daher eher der Beschäftigung und dem Spaß des Hundes. Zur Zahnhygiene leisten sie bestenfalls einen unterstützenden Beitrag. Das korrekte Zähneputzen beim Hund ersetzen sie nicht.

Hundezahnpasta

Die mechanische Reibung stellt eine gute Grobreinigung der Hundezähne dar. Damit das Gebiss deines Lieblings ganz sauber wird, musst du aber zusätzlich Zahnpasta verwenden. Sie pflegt sowohl die Zähne und das Zahnfleisch.

Allerdings solltest du auf keinen Fall Menschenzahnpasta für einen Hund nehmen. Ihr Geschmack ist für ihn zu scharf und unangenehm. Daher würde er sich gegen das Putzen wehren und ohne seine Kooperation bekommst du seine Zähne nicht richtig sauber.

Außerdem ist deine Zahnpasta dafür gedacht, dass du sie nach dem Putzen mit Wasser ausspülst. Der Hund kann das nicht. Er schluckt das Produkt. Dadurch würde das in der menschlichen Zahnpasta enthaltene Fluor in zu großer Menge in seinen Magen gelangen.

Verwende also immer eine eigene Hundezahnpasta. Sie schmeckt nach Fleisch und kann von deinem Liebling problemlos verdaut werden.

Anleitung zum richtigen Putzen

Das Zähneputzen beim Hund sollte im Idealfall täglich erfolgen. Ist das aus irgendeinem Grund nicht möglich, kannst du auch nur jeden zweiten Tag putzen. Dann musst du allerdings besonders gründlich sein.

1. Schritt: Zahnpasta auftragen

Nimm zuerst die Hundezahnbürste oder den Fingerling und wasche sie. So verhinderst du, dass sich auf ihr ein Bakterienbelag bildet und beim Putzen in das Hundemaul getragen wird. Trage dann ein wenig Zahnpasta auf. Achte darauf, nicht zu viel zu nehmen, damit die Pasta nicht herunterpatzt.

2. Schritt: Die äußeren oberen Backenzähne reinigen

Fahre dem Hund nun mit der Zahnbürste oder dem Fingerling in eine Backentasche des geschlossenen Maules. Schiebe die Spitze bis ganz nach hinten und beginne mit sanft reibender Bewegung vom hintersten Zahn aus nach vorne zu reinigen. Gehe gründlich vor und achte darauf, dass du jeden Zahn erwischst und in alle Zwischenräume kommst. Ziehe die Bürste heraus, wenn du den Reißzahn erreicht hast und wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite.

Wenn der Hund dabei sein Maul öffnet, drücke es ihm sanft zu. Die Außenreinigung der oberen Zähne ist leichter, wenn es geschlossen ist.

3. Schritt: Die unteren Backenzähne reinigen

Lasse deinen Liebling nun leicht das Maul öffnen und reinige auch die Außenseiten der unteren Backenzähne. Das kannst du nicht bei geschlossenem Maul tun, weil die oberen Backenzähne sie teilweise überlappen und du mit der Bürste nicht dazwischen kommst.

Reibe immer sanft und vorsichtig. Liegen hartnäckige Verschmutzungen vor, ist es besser, etwas länger zu putzen, als grob zu werden. Bei zu starkem Druck könntest du das Zahnfleisch verletzen und eine Zahnfleischentzündung auslösen.

4. Schritt: Die Schneidezähne reinigen

Schließe nun dem Hund das Maul wieder. Ziehe seine Lefze nach oben und reinige die oberen Schneidezähne. Lasse ihn dann das Maul wieder leicht öffnen und putze die unteren Schneidezähne.

Das Reinigen der Schneidezähne löst bei manchen Hunden Niesreiz aus. Gehe also vorsichtig vor und habe Geduld, wenn du mehrmals ansetzen musst.

5. Schritt: Die Zahninnenseiten putzen

Öffne dem Hund nun das Maul weit und reinige auch die Zahninnenseiten mit sanft reibenden Bewegungen. Wenn dein Hund eine Zahnfehlstellung hat, achte ganz besonders auf diese Bereiche und reinige dadurch entstehende größere Zwischenräume zuerst. Sie sind besondere Risikozonen für Zahnsteinbildung.

Hält dein Hund sein Maul nicht lange genug offen, dass du gründlich alle Zahninnenseiten putzen kannst, ist das kein Grund zu großer Sorge. Meistens bilden sich hier weniger Beläge als an den Außenseiten. Du kannst also ruhig erst alle Zähne etwas oberflächlicher putzen und dann nur einen Teil genauer. Achte aber darauf, dass es nicht jeden Tag derselbe Teil ist.

Freilich lässt ein Hund alle diese Schritte erst geduldig zu, wenn er zuvor langsam daran gewöhnt wurde. Am besten beginnst du daher schon im Welpenalter, indem du ihm erst einmal nur kurz einen Finger in jede Backe steckst und die Prozedur dann nach und nach ausbaust.